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«Neues zu beginnen, braucht immer etwas Mut»

17.04.2024
von SMA

Als Pflegefachfrau im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) begleitet Tamara Leutwyler Menschen mit Querschnittlähmung zurück in den Alltag – und konnte dabei auch selbst erfahren, wie wertvoll Unterstützung sein kann, um vorwärtszukommen.

Tamara LeutwylerPflegefachfrau im Schweizer Paraplegiker-Zentrum

Tamara Leutwyler
Pflegefachfrau im Schweizer Paraplegiker-Zentrum

Tamara, derzeit hört man viel darüber, wie herausfordernd der Berufsalltag in der Pflege ist. Was reizt dich daran?

Es ist dasselbe, was mich dazu bewogen hat, diesen Beruf zu erlernen: das Interesse am Menschen. Ihn in schwierigen wie auch schönen Momenten zu begleiten, ist die Essenz meiner Tätigkeiten. Ich habe bei vielen Arbeitgebern und in verschiedenen Bereichen gearbeitet – auf der IPS, in der Akutpflege und bei der Spitex, aber die Arbeit im SPZ ist diesbezüglich mit nichts vergleichbar. Hier steht der Mensch tatsächlich im Mittelpunkt. Es macht mich stolz, einen Beitrag dazu zu leisten, dass unsere Patientinnen und Patienten wieder zurück ins Leben finden.

Du arbeitest seit drei Jahren im SPZ. Wie kam es dazu?

Eine gute Freundin arbeitet hier und hat mir oft vom SPZ erzählt. Deshalb habe ich immer wieder mal nach offenen Stellen in Nottwil Ausschau gehalten – bis ich mich schliesslich für den Nachtfalterdienst, also die Schicht von 17.30 bis 23 Uhr, beworben habe. Regelmässige Arbeitszeiten sind im Pflegeberuf keine Selbstverständlichkeit und sehr begehrt, gerade wenn man Kinder hat. Entscheidend war auch, dass es möglich war, in einem Teilzeitpensum zu arbeiten und die Einführungszeit flexibel zu gestalten, sodass ich diese mit meinen privaten Terminen bestens koordinieren konnte. Das hat vieles vereinfacht.

Hat sich immer eine Führungsposition gewünscht: Tamara LeutwylerBild: Sabrina Kohler

Hat sich immer eine Führungsposition gewünscht: Tamara Leutwyler.
Bild: Sabrina Kohler

Mittlerweile hast du die Co-Leitung über eine Pflegestation. Was hat sich seither verändert?

Ich trage mehr Verantwortung in sämtlichen Bereichen und bin direkte Ansprechperson für meine Kolleginnen und Kollegen der Station G. Zudem bin ich am Rekrutierungsprozess für neue Mitarbeitende beteiligt und habe eine Vorbildrolle im Bereich Leadership. Begleitend absolviere ich die internen Führungsweiterbildungsmodule, die mir an das CAS-Leadership an der Hochschule Luzern angerechnet werden. Alles in allem bedeutet das, dass ich deutlich mehr als vorher arbeite. Das ist eine Mehrbelastung, – die sich allerdings durch die Freude am Job relativiert. Eine Führungsposition hat mich immer gereizt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass das hier im Jobsharing möglich ist und sich damit auch mit der Familie vereinbaren lässt.

Familie und Führungsposition – hattest du zu Beginn Bedenken, beides unter einen Hut zu bringen?

Am Anfang machte ich mir in der Tat Gedanken darüber, wie ich das schaffen soll. Aber sowohl mein privates Umfeld als auch meine Teamkolleginnen und -kollegen haben mich bestärkt, den Schritt zu wagen. Auch dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe immer sehr viel Unterstützung vom Pflege- und Führungsteam erfahren – so auch als ich vor drei Jahren hier angefangen habe und praktisch noch nichts über Paraplegiologie wusste. Neues zu beginnen, braucht immer etwas Mut. Und in diesem Fall hat es sich mehr als gelohnt.

Interview Andrea Zimmermann

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Über Tamara

Tamara Leutwyler ist Mutter von drei Kindern und lebt gemeinsam mit ihrem Mann in Schenkon LU. Die 38-jährige Pflegefachfrau HF arbeitet seit drei Jahren im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) – zunächst im Nachtfalterdienst. Vor zwei Jahren hat sie die Co-Leitung der Pflegestation G übernommen. Nebenberuflich unterrichtet sie am Bildungszentrum Xund und engagiert sich dabei für die Aus- und Weiterbildung von Pflegefachkräften. Ihre Freizeit verbringt Tamara am liebsten draussen in der Natur, sei es beim Wandern oder Skifahren. Jüngst hat sie auch die Kunst des Handletterings für sich entdeckt. Das achtsame Zeichnen von Buchstaben, sowie das Lesen, sind für sie ein idealer Ausgleich zur Hektik des Alltags.

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Über die Schweizer Paraplegiker-Gruppe

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe (SPG), zu welcher auch das Schweizer Paraplegiker-Zentrum gehört, unterstützt Menschen mit Querschnittlähmung, mit einem ganzheitlichen und weltweit einzigartigen Leistungsnetz. Die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit und der persönliche Beitrag an die Lebensqualität querschnittgelähmter Menschen verbindet alle Mitarbeitenden, die in Nottwil interprofessionell und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Fortschrittliche Arbeitsbedingungen, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist für die SPG als Arbeitgeberin zentral. Hierzu zählen unter anderem bis zu 16 bezahlte Feiertage pro Jahr, die Option, pro Kalenderjahr bis zu drei zusätzliche Ferienwochen zu kaufen, die Subvention der Mahlzeiten in den unternehmenseigenen Restaurants sowie das Angebot einer eigenen Kita auf dem Campus.

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe wurde in der jüngeren Vergangenheit mehrfach als attraktive Arbeitgeberin ausgezeichnet. Im Januar durfte die SPG den Swiss Arbeitgeber Award entgegennehmen. Besonders stolz ist die SPG auf diesen Award, weil sie ihn den vielen positiven Rückmeldungen der rund 2000 Mitarbeitenden zu verdanken hat, die im Jahr 2023 an der durchgeführten Mitarbeitendenbefragung teilgenommen haben. 88 Prozent der Mitarbeitenden empfehlen die SPG als Arbeitgeberin weiter. Ende 2023 wurde zudem das betriebliche Gesundheitsmanagement der SPG zum fünften Mal in Folge mit dem Label «Friendly Work Space» rezertifiziert.

Mehr Infos unter paraplegie.ch/arbeiten-bei-uns

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