Weiterbildung
Inspiration

Weiterbildung ist wichtiger denn je

28.01.2022
von Smart Employer

Keine Weiterbildung bedeutet Stillstand – das können sich Mitarbeitende, aber auch die Unternehmen, nicht mehr leisten. Lebenslanges Lernen ist keine freiwillige Entscheidung mehr, sondern eine absolute Notwendigkeit.

Zwei Drittel der Berufe, die in Zukunft von den heutigen Schulkindern ausgeübt werden, existieren noch gar nicht, so die Vorhersage des World Economic Forums. Die Berufswelt verändert sich im fast monatlichen Rhythmus – Berufe sterben aus, neue kommen dazu. Gemäss dem WEF sollen in den letzten drei bis vier Jahren rund sieben Millionen Arbeitsplätze verschwunden sein, aber nur zwei Millionen wurden neu geschaffen. Der Verlust von Arbeitsplätzen betrifft vor allem Routinetätigkeiten in der Administration; neue wurden im Bereich der Informationstechnik geschaffen. Das Anforderungsprofil dieser Arbeitsplätze verlangt vor allem technische und digitale Fähigkeiten. 

Durch die Pandemie ist die digitale Transformation zuoberst auf der Traktandenliste der Unternehmen gelandet – es empfiehlt sich also, in der Gewichtung der Weiterbildung auch auf IT-Kenntnis zu setzen. Innert kürzester Zeit wurden Strukturen für mobiles Arbeiten und Homeoffice geschaffen und bereitgestellt. Nur schon deshalb benötigen Mitarbeiter:innen in allen Branchen ein gewisses technisches Grundverständnis. 

Schweiz im digitale Hintertreffen

Die digitale Transformation nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Diverse Studien zeigen allerdings, dass die Schweizerinnen und Schweizer bei den so wichtigen digitalen Kompetenzen gegenüber anderen Ländern etwas in Rückstand geraten sind – sie bilden sich in diesem Bereich zu wenig weiter. Diese Weiterbildung ist aber unabdingbar, weil die digitale Arbeitswelt die entsprechenden Kompetenzen verlangt, die über die Bedienung des PCs und Grundkenntnisse der Office-Programme hinausgehen.  

Dazu gehören beispielsweise die Nutzung der digitalen Kommunikationstechnik, Projekte online zu entwickeln, Multimedia-Elemente zu erstellen und aufzubereiten oder Inhalte für Suchmaschinen zu optimieren. Die digitalen Berufskompetenzen und Anforderungen sind natürlich vom geschäftlichen Umfeld und der Tätigkeit abhängig. 

Lebenslanges Lernen ist also nicht mehr nur eine freiwillige Entscheidung, um Karriere zu machen, sondern eine absolute Notwendigkeit, um beruflich nicht in die Bedeutungslosigkeit abzufallen. Gemäss Avenir Suisse ist die Schweiz auf dem Weg in eine Zweiklassengesellschaft in der Bildung zu werden, so wie sie in den USA bereits Realität ist. Auch bei uns hätten sich die beruflichen Perspektiven von Erwerbstätigen mit einer Berufslehre ohne Vertiefung in den letzten 25 Jahren massiv verschlechtert. Der Bildungsunterschied zwischen Hoch- und Niedrigqualifizierten verschärfe sich zunehmend. 

Berufsmaturität an einer Fachhochschule 

Die Berufsbildung ist in der Schweiz immer noch der wichtigste Weg in die Arbeitswelt. Zwei Drittel der Jugendlichen entschliessen sich dazu, nach der obligatorischen Volksschule eine Lehre zu beginnen. Sie entscheiden sich damit für den dualen Berufsbildungsweg. Dual heisst, dass man neben der Ausbildung im Betrieb auch die Berufsfachschule besucht. Die duale Ausbildung orientiert sich damit an der Praxis. Die Lernenden arbeiten ab dem ersten Tag im Unternehmen und besuchen parallel die Berufsfachschule. Dank der Durchlässigkeit des dualen Berufsbildungssystems stehen nach der Lehre zudem zahlreiche und vielfältige Möglichkeiten offen, sich beruflich weiterzubilden oder neu zu orientieren. So ist es möglich, nach der Lehre über die Berufsmaturität an einer Fachhochschule zu studieren.

Weiterbildung gegen Fachkräftemangel

Eine weitere Möglichkeit, sich nach der Berufslehre auf einem Gebiet zu spezialisieren, bieten die Höheren Fachschulen (HF), die auch ohne Maturität besucht und abgeschlossen werden können. Zulassungsbedingung ist eine abgeschlossene Berufsbildung oder ein entsprechendes Fähigkeitszeugnis. Mit der Berufsmatura ist bei einigen Lehrgängen ein Quereinstieg mit einem späteren Start möglich.

Höhere Fachschulen (HF) sind Bildungsanbieter der Höheren Berufsbildung. Dabei handelt es sich um staatliche, halbstaatliche oder private Organisationen, die einen eidgenössisch anerkannten Bildungsgang HF anbieten. Die Studienzeit beträgt mindestens zwei Jahre Vollzeit oder drei Jahre berufsbegleitet und schliesst mit einem Diplom HF ab. 

Fachhochschulen bilden gefragte Fachkräfte aus. Absolventinnen und Absolventen können nach Studienabschluss direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen, wo sie hohe Einstiegslöhne erzielen und schnell eine Führungs- oder Kaderfunktion übernehmen.

Sprachen nicht vergessen

Mit der Muttersprache allein kann man in der globalisierten Welt kaum mehr bestehen. Verhandlungssichere Englisch- und Französischkenntnisse oder in einer anderen Sprache in Wort und Schrift wird bereits in den vielen Stellenanzeigen klar als Voraussetzung formuliert. Um diesen Anspruch zu erfüllen, genügt aber ein Abendkurs einmal pro Woche nicht. Eine gute Kombination von Lernen und Freizeit ist ein Auslandaufenthalt. Eine Sprache fliessend lernen, vielleicht sogar mit einem Sprachdiplom, und nebenbei von einer fremden Stadt, einer anderen Kultur profitieren ist eine gute Sache. Wer seine Karriere im Fokus hat, wählt gezielt die Sprache, die ihm dafür am meisten nützt. Ein höheres Sprachdiplom macht sich im Lebenslauf gut und die gewonnene Erfahrung ebenfalls.

Der Bund beteiligt sich

Absolventinnen und Absolventen von Kursen, die auf eine eidgenössische Prüfung vorbereiten, werden seit dem 1. Januar 2018 vom Bund unterstützt. Mit dem neuen Finanzierungssystem werden die Beiträge direkt an Personen ausbezahlt, die einen vorbereitenden Kurs für einen eidgenössischen Fachausweis oder ein eidgenössisches Diplom besuchen und danach eine eidgenössische Prüfung absolvieren. 

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