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«Wir streben danach, das Arbeiten bei uns möglichst motivierend zu gestalten»

29.06.2022
von Smart Employer

Das Unternehmen Lonza ist vielen Menschen aufgrund seines Beitrags im Kampf gegen Covid ein Begriff. Überdies unterstützt Lonza viele Pharmafirmen bei der Entwicklung und Kommerzialisierung von Medikamenten sowie pharmazeutischen Produkten. Wie geht man dabei vor? Und wie lässt sich der enorme Bedarf an Fachkräften decken? «Smart Employer» fragte nach.

Kathryn Gardner
Head of Operational Excellence

Christian Hutter
Head Operations Small-Mid Scale Chemical API

Christian Hutter, Sie verantworten einen Teilbereich «Small Molecules» am Lonza-Standort in Visp. Worum geht es in diesem Fachgebiet?

Christian Hutter: Wir sind in der Herstellung von chemischen Pharmawirkstoffen tätig. Dabei handelt es sich um ein spannendes und abwechslungsreiches Feld. Die meisten unserer Wirkstoffe werden für die orale Einnahme produziert und gelangen in diversen Präparaten zur Anwendung.

Das Einsatzspektrum ist breit, mit einem Fokus auf Krebsbehandlung. Wir arbeiten generell an Produkten, welche die Gesundheit fördern und unsere Gesellschaft voranbringen, was einen besonders schönen Aspekt meiner Arbeit darstellt. 

Über welche Stationen verlief Ihr Karriereweg zu Ihrer jetzigen Arbeit?

Christian Hutter: Ich habe meine Ingenieurausbildung an der ETH absolviert und weilte für mein Doktorat einige Jahre lang im Ausland. Dort lernte ich, mit verschiedenen Kulturen umzugehen, was mir enorm zusagte und einen bleibenden Eindruck bei mir hinterliess.

Als ich später zu Lonza stiess, war ich zu Beginn im Prozessengineering tätig und arbeitete eine längere Zeit an einem Standort in China. Das war eine prägende Zeit. Später wechselte ich in den Bereich Operations und bin heute Betriebsleiter einer unserer Produktionsanlagen für chemische Wirkstoffe in Visp. 

Welche aktuellen Entwicklungen oder Trends orten Sie in Ihrem Fachbereich?

Christian Hutter: Derzeit sind es vornehmlich operationelle und prozesstechnische Aspekte, die uns beschäftigen. Die Digitalisierung und die damit einhergehende zielgerichtete Automatisierung unserer Abläufe stehen dabei im Zentrum.

Wir wollen die neuen Möglichkeiten nutzen, um einerseits mehr Effizienz zu gewinnen und andererseits unsere Datenintegrität noch besser zu gewährleisten. Auch die Optimierung unserer Arbeitssicherheit ist ein zentraler Aspekt unserer Bestrebungen.

Letztlich wollen wir alle unsere Prozesse maximal «fliessend» gestalten. Das bedeutet, dass der Weg der Rohstoffe über die verschiedenen Stationen unserer Wertschöpfungskette – von der Produktion bis hin zur Freigabe durch die Qualitätssicherung – zu keiner Zeit ins Stocken geraten soll.  

Um einen so reibungslosen Betrieb sicherstellen zu können, sind exzellente Prozesse notwendig. Was uns zum Fachgebiet von Kathryn Gardner führt. Welche Aufgaben nehmen Sie als Head of Operational Excellence wahr?

Kathryn Gardner: Ich bezeichne mich selber als Expertin keines Fachgebiets, aber als Person mit ganz viel Erfahrung. Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich den Blick von aussen auf die verschiedenen Fachbereiche wahre und so eine neutrale Sicht einbringe. Zuvor war ich im Pharmabereich und insbesondere in Pharma-Fertigungsbetrieben tätig.

Dadurch verfüge ich über viel Praxisexpertise und Erfahrung in diesem Feld, was für meine heutige Tätigkeit wesentlich ist: Ich unterstütze die Prozessverantwortlichen der verschiedenen Abteilungen von Lonza dabei, ihre Fertigungsstätten zu optimieren.

Dies immer mit dem Ziel vor Augen, dass diese Bereiche möglichst autark, effizient und agil agieren können. Das bedeutet unter anderem, dass wir danach streben, unnötige Abläufe sowie Doppelspurigkeiten auszumerzen und die Mitarbeitenden vor Überforderung zu schützen.

Gleichzeitig verfolgen wir das Ziel, keine Arbeits- oder Belastungs-Peaks entstehen zu lassen und das Arbeiten bei uns so motivierend wie möglich zu gestalten. Wir nutzen dafür auch die Tools und Prinzipien des Lean-Managementansatzes und bauen darauf auf. 

Was bedeutet das konkret?

Kathryn Gardner: Vereinfacht gesagt geht es bei Lean darum, Dinge bereits beim ersten Mal richtig zu machen. Dies, indem man eine effektive und effiziente Gestaltung der Wertschöpfungskette anstrebt.

Darauf basierend haben wir ein Managementsystem entwickelt, das sich über das gesamte Unternehmen hinweg einsetzen lässt – und nicht nur auf die industrielle Fertigung fokussiert. Mit diesem holistischen Ansatz können wir eine Unternehmenskultur fördern, die Innovationskraft und Diversität stärkt. Wichtig ist dabei die Schaffung eines unternehmerischen Klimas, das nicht von Angst geprägt wird.

Denn operationelle Exzellenz entsteht nur dann, wenn sich Mitarbeitende der einzelnen Fachbereiche trauen, bestehende Probleme proaktiv anzusprechen und Verbesserungsvorschläge anzubringen. Dann entstehen Lösungen, die wirklich praxistauglich sind.  

Das klingt nach viel Arbeit. 

Kathryn Gardner: Das ist es auch (lacht). Aber es zahlt sich mehrfach aus. Dies sehen wir auch am Standort Visp, der viele dieser Prinzipien bereits vollständig verinnerlicht hat: Das Leadership-Team ist offen und handelt agil, sie adressieren Schwierigkeiten aktiv und transparent.

Dadurch wird die Belegschaft dazu angehalten, etwaige Fehler in Prozessen offen anzusprechen. Das ist die ideale Ausgangslage, denn wenn wir effiziente Prozesse mit einer offenen Kultur verbinden, befinden wir uns auf dem besten Weg hin zu unternehmerischer Exzellenz. 

Abteilungen, Teams und Führungspersonen auf diesem Weg zu begleiten, geht sicherlich auch mit Korrekturen und Inputs Ihrerseits einher – was zu Diskussionen oder gar Konflikten führen kann. 

Kathryn Gardner: Bei meiner Arbeit existiert in der Tat ein gewisses Konfliktpotenzial, da unsere Aufgabe darin besteht, Veränderung einzuleiten. Und das bedeutet häufig, dass man sich aus der Komfortzone herausbewegen muss.

Um die Wahrscheinlichkeit für Widerstände zu minimieren, analysieren wir im Vorfeld die Ansprüche und Voraussetzungen sämtlicher Stakeholder eingehend. Zudem ändern wir selbstverständlich keinerlei Abläufe, die der Mitarbeitendensicherheit oder der Qualitätssicherung dienen.

Die Umsetzung der Lean-Prinzipien verlangt von uns viel Einfühlungsvermögen und Coaching, aber letztlich gelangen wir auf diese Weise zum Ziel. Gemeinsam.

Der Technologiesektor wird derzeit vom Fachkräftemangel hart getroffen. Wie macht sich dieser bei Lonza bemerkbar?

Christian Hutter: Die aktuelle Situation stellt alle Unternehmen in gewisser Hinsicht vor Herausforderungen. Unsere Firma hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum erfahren. Dies hat uns vor die Herausforderung gestellt, dem zusätzlichen Arbeitsaufwand mit mehr Fachleuten zu begegnen.

Das war und ist keine leichte Aufgabe. Sie gelingt uns unter anderem deshalb, weil wir enorme Anstrengungen unternommen haben, um die Sinnhaftigkeit sowie den Abwechslungsreichtum unserer Arbeit aufzuzeigen.

Ferner profitieren wir von unserer internationalen Ausrichtung: Wir können bei Bedarf Fachleute aus unserem Firmennetzwerk, beispielsweise in den USA oder Singapur, beiziehen oder aus den Nachbarländern der Schweiz rekrutieren. Und zu guter Letzt haben wir gelernt, beim Recruiting agiler und flexibler zu sein: Wir holen uns auch mal Leute aus benachbarten Fachgebieten, die wir dann im Betrieb weiterbilden. 

Einen weiteren Lösungsweg gegen den Fachkräftemangel sehen Expert:innen in einer erhöhten Diversität.

Kathryn Gardner: Das erachten wir ebenfalls als probates Mittel. Am Lonza-Standort in Visp sind wir diesbezüglich bereits hervorragend aufgestellt: Hier arbeiten mittlerweile Menschen aus mehr als 70 Ländern und mit diversen kulturellen Hintergründen. Zudem geben wir uns grosse Mühe, als Arbeitgeberin für Frauen attraktiv zu sein. 

Christian Hutter: Was uns bereits gut gelingt: Fast ein Drittel unserer Chemikerinnen-Belegschaft besteht aus Frauen und auch in anderen einzelnen Bereichen des Schichtbetriebs ist der Frauenanteil mit 50 Prozent vergleichsweise hoch. Aber natürlich besteht immer Luft nach oben. Mit flexiblen Arbeitsmodellen wie Job-Sharing, gerade auch im Schichtbetrieb, möchten wir ein Arbeitsumfeld schaffen, dass den Bedürfnissen einer diversifizierteren Belegschaft entgegenkommt.

 

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Über Lonza

Das Unternehmen begleitet seine Kundschaft im Gesundheitswesen auf dem Weg zur Kommerzialisierung. Zu diesem Zweck arbeiten 16 000 qualifizierte Fachpersonen in einem globalen Netzwerk mit mehr als 30 Standorten, welche die Bereiche Pharma, Biotech und Ernährung abdecken. Durch die Kombination von technologischem Know-how mit erstklassiger Fertigung, wissenschaftlicher Expertise sowie exzellenten Prozessen, unterstützt Lonza seine Partnerunternehmen dabei, innovative Medikamente bereitzustellen, die zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten beitragen.

Weitere Informationen unter:

www.lonza.com

Eine Antwort zu “«Wir streben danach, das Arbeiten bei uns möglichst motivierend zu gestalten»”

  1. Stojkova Anita sagt:

    Ich habe Interesse

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