Inspiration

Berufe im Wandel der Zeit

28.01.2022
von Smart Employer

Gerade während der Coronapandemie haben sich viele Berufe mit rasantem Tempo an die neue Situation anpassen müssen. Vor allem die Digitalisierung hat es möglich gemacht, flexibel zu agieren. Die technische Entwicklung hatte aber schon seit jeher einen Einfluss auf die verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten. «Smart Employer» stellt drei Berufe vor, welche in den letzten Jahren neu erfunden worden sind. 

Im Laufe der Geschichte entwickelten sich die Berufe im Zusammenhang mit den technischen Möglichkeiten. Das führte zu Veränderungen der Berufslandschaft und auch zum Verschwinden so mancher Tätigkeiten wie beispielsweise Köhler, Wagner, Laternenwart oder Flösser. Einst sehr wichtige Tätigkeiten, sind diese heute höchstens noch als Nischenberufe zu finden. Mit aufkommender Automatisierung und Industrialisierung, die sich mit der Digitalisierung bereits in der vierten Phase befindet, wurden so manche Berufe einmal mehr überflüssig. Es gibt aber solche, die sich im Wandel der Zeiten flexibel gezeigt und sich an neue Bedingungen angepasst haben.  

Detailhandelsangestellte

Der Detailhandel gehört zu den Branchen, die in den letzten Jahren eine der grössten Wandlungen durchgemacht haben: Angefangen mit Self-Check-Automaten bis hin zum kassenfreien Einkauf, wo alles über virtuelle Einkaufskörbe und spezielle Apps bezahlt wird. Diese Veränderungen prägen auch die Kundschaft. Bei vielen Einkäufen kommt das Smartphone zum Einsatz. Kund:innen brauchen es, um über Produkte nachzulesen, Preise zu vergleichen oder um Produkte gleich direkt online zu bestellen. Folglich ergeben sich viele Herausforderungen für im Detailhandel-Tätige: Kund:innen sind heute meistens selbst Spezialist:innen der Produkte, die Wichtigkeit von Bewertungen nimmt zu und eine Online-Verkaufsmöglichkeit ist Pflicht. Daraus resultieren die zukünftigen Entwicklungen des Detailhandels. Im Zentrum stehen sogenannte Cross-Channel-Angebote, eine Kombination aus Online- und Offline-Einkauf. Stationäre Geschäfte dienen als Stützpunkte, während dabei auch online eingekauft werden kann. Das beeinflusst auch die Logistik, wo Drohnen oder selbstfahrende Elektrolieferwagen immer mehr zum Zug kommen werden.

Aus diesen Gründen erlebte die Ausbildung im Detailhandel in der Schweiz eine Reform. In Zukunft werden die Detailhandelsangestellten darin geschult, Einkaufserlebnisse zu gestalten. Selbstverständlich rücken auch E-Commerce, Cross-Channels und weitere digitale Möglichkeiten in den Ausbildungsfokus.  

Fahrzeuginterieur-Mechaniker:in

Von den Fahrzeugsitzen über die Türen bis hin zu Seitenbekleidungen sind Fahrzeuginterieur-Mechaniker:innen für die gesamte Innenausstattung von Fahrzeugen verantwortlich. Nicht nur von Pkws und Lkws, sondern auch von Schiffen, Flugzeugen oder Eisenbahnen. Dafür müssen sie die Fertigungskontrolle sowie jene über die Prozessabläufe bewerkstelligen können. Da sich die Erwartungen an Fahrzeuginnenräume in den vergangenen Jahren sehr verändert haben, wurde die Berufsausbildung kürzlichst auf den neuesten Stand gebracht. Der ehemalige Fahrzeuginnenausstatter wurde neu zur Fahrzeuginterieur-Mechaniker:in. Dies liegt daran, dass sich in den letzten Jahren der Innenraum eines Fahrzeuges grundlegend verändert hat. Heute sind nicht mehr nur Funktion und Komfort ein Muss, sondern auch ästhetische Aspekte sowie nachhaltige Materialen und Innovationen spielen eine zentrale Rolle. Dabei erfährt vor allem das Cockpit eine digitale Überarbeitung. Anzeigen und Funktionen lassen sich per Touchscreen oder Sprachbefehl steuern. Das hat auch im Produktionsverfahren zu neuen Innovationen geführt. So werden heute manche Teile beispielsweise mit dem 3-D-Drucker hergestellt. Das handwerkliche Geschick bei der Installation und Montage der Innenausstattung ist in der neuen Ausbildung ebenfalls mehr in den Mittelpunkt gerückt. 

Virtuelle Reiseleiter:in

Mit der Digitalisierung ist Reisen nicht mehr unbedingt an einen Ort gebunden. Auch aus der Distanz können fremde Räume erkundet werden. Schon früher war dies über Fernseher oder Fotos machbar. Anders als damals ist heute aber ein interaktives Erlebnis in Echtzeit möglich. Aus dieser Situation haben sich digitale Reiseleiter:innen entwickelt. 

Herkömmliche Reiseleiter:innen haben organisatorische Aufgaben und sind für die Betreuung am Zielort zuständig. Sie dienen als Bindeglied zwischen dem Reiseveranstalter, Reiseziel und den Reisenden. Die Arbeit von digitalen Reiseleiter:innen ist verwandt, aber doch auch ganz anders. Da gibt es das Beispiel aus Melbourne, als ein Reiseanbieter Reiseleiter:innen mit Helmkameras, GPS und Mikrofonen ausgestattet hat. Diese konnten online von den User:innen mit diversen Aufträgen ausgestattet werden. So ferngesteuert erlebten die Zuschauer:innen durch die Reiseleitenden beispielsweise einen Helikopterflug oder Restaurantbesuche. Andere Angebote des virtuellen Reisens bietet eine Firma in den USA, welche über Google-Street-View Portale ansonsten unzugängliche Orte öffnet. So kann man beispielsweise Unterwasserwelten entdecken, aber auch Kletterhallen oder abbruchreife Häuser. Es gibt auch Möglichkeiten, welche Virtuelles mit der Realität verbindet. So bieten manche Hotels an, dass über Social-Media-Plattformen täglich neue Highlights der Region vorgestellt werden. Dabei kann es sich um Sightseeing-Ideen, Ausgehmöglichkeiten oder auch einfach lohnenswerte Läden handeln.

 

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